In diesem Beitrag meiner Serie möchte ich euch von einem wunderschönen Phänomen berichten, das sich in Sri Lanka abspielt.
Obwohl wir eine Nation verschiedener Ethnien sind, kommt zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt die gesamte Insel zum Stillstand. Ob Singhalesen oder Tamilen – Millionen von Menschen blicken auf dieselbe Uhr und vollziehen ihre Rituale genau zur gleichen glückverheißenden Zeit. Doch während der Zeitpunkt für alle gleich ist, verleiht die tamilische Gemeinschaft diesem Fest ihre ganz eigenen Farben, Rituale und spirituelle Tiefe, die ich im Folgenden für Sie näher beschreibe.
Noch bevor das neue Jahr überhaupt beginnt, verwandelt sich ein tamilisches Zuhause in eine Kunstgalerie.
• Kolam
Man sieht Frauen, die mit Reismehl komplizierte, farbenfrohe Muster auf den Boden zeichnen. Ich möchte betonen, dass dies nicht nur Kunst ist, sondern eine spirituelle Geste. Durch die Verwendung von Reismehl füttern sie kleine Vögel und Insekten – eine schöne Lektion in Sachen Koexistenz mit allen Lebewesen.
• Mangala Kumbam (Der Segenstopf)
Am Eingang stellen sie einen mit Wasser gefüllten Messingtopf auf, der mit einem Mangoblatt und einer frischen Kokosnuss bedeckt ist. Für mich symbolisiert dies ein „volles Herz“ und ein Zuhause, das bereit ist, „göttlichen Segen“ zu empfangen.
• Maruthu Neer (Das Heilbad)
Während wir später eine Öl-Salbungszeremonie abhalten, beginnt die tamilische Gemeinschaft ihren Tag mit „Maruthu Neer“. Dabei handelt es sich um ein spezielles Kräuterwasser, das durch das Kochen verschiedener seltener Kräuter, Blumen und Blätter zubereitet wird. Sie glauben, dass das Baden in diesem Wasser Körper und Seele reinigt und sie auf einen Neuanfang vorbereitet. Es ist ein Ritual, das in alter Heilkunst und Natur verwurzelt ist.
Genau zu der Zeit, zu der wir uns auf den Weg zum buddhistischen Tempel machen, kleiden sich unsere tamilischen Nachbarn in ihre farbenprächtigsten Saris und traditionellen Veshtis, um den Kovil zu besuchen. Die Luft ist erfüllt der Gewürze und dem Klang der Glocken. Ich habe festgestellt, dass ihre Hingabeungla ublich farbenfroh und tief ist, auf der Suche nach Segen für den Weltfrieden und die Harmonie in der Gemeinschaft.
Der faszinierendste Teil ihres Rituals ist das Essen, das sie zu dieser glückverheißenden Zeit zubereiten.
• Das Kochen von Pongal – Sie kochen ein spezielles Reisgericht namens „Pongal“ in einem Tontopf. Wenn die Milch überkocht, rufen sie „Pongalo Pongalo“ und drücken damit ihre Freude über ein Leben aus, das vor Wohlstand überfließt.
• Pechadi (Der Geschmack des Lebens) – Dies ist ein Gericht, auf das ich Sie besonders aufmerksam machen möchte. Es enthält sechs verschiedene Geschmacksrichtungen – süß, sauer, bitter, salzig, scharf und adstringierend. Es ist eine symbolische Erinnerung daran, dass das Leben im neuen Jahr alle möglichen Emotionen mit sich bringen wirdund man durch all diese hindurch ausgeglichen und ruhig bleiben muss.
Ähnlich wie bei unserem „Ganu Denu“ geben die Älteren in tamilischen Familien den Jüngeren Geld. Dieser Brauch, bekannt als „Kai-Vishesham“, ist ein wunderschöner Moment, in dem der Reichtum der älteren Generation als Segen für die Zukunft der jüngeren Generation geteilt wird.
Ich hoffe, dass Sie durch diesen Bericht den unglaublichen Reichtum unseres gemeinsamen Erbes spüren können.
Auch wenn ich Singhalesin bin, bin ich sehr stolz darauf, dass unser Land in der Lage ist, ein so schönes Fest aus zwei unterschiedlichen kulturellen Perspektiven zu feiern. Es zeigt, dass unsere Rituale zwar unterschiedlich sein mögen, unsere Hoffnungen auf eine friedliche und prosperierende Zukunft jedoch genau dieselben sind.
Tesheema Chammi
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

